Evaluation und Forschung

Evaluation und Forschung im Rahmen des Studierendenauswahl-Verbundes (stav)

Weißer Kreis mit blaumen Rand und blauer Schrift 'stav' Daneben steht 'Studienrenden-Auswahlverbund'.
Weitere Informationen zum stav

Teilnehmende des TMSnat werden in regelmäßigen Abständen (und am Testtag selbst) zur Teilnahme am Projekt „Studierendenauswahlverbund - stav“ eingeladen. Ziel ist es, die Kriterien und die Verfahren zur Zulassung zu medizinischen und weiteren Studiengängen in Deutschland zu beforschen, fairer zu gestalten und weiter zu optimieren.

Alle Informationen hierzu können der Informationsschrift entnommen werden.

Teilnehmende, die ihre Teilnahme am Forschungsprojekt widerrufen möchten, können Ihren Widerruf online auf www.projekt-stav.de/widerruf_ev.php mitteilen oder sich direkt an das Studierendenauswahlzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52, 20246 Hamburg; auswahlverfahren@uke.de; Tel.: 040 741058279 wenden.

Ergebnisse unserer bisherigen Forschung

Predictive validity of admission tests and educational attainment on preclinical academic performance – a multisite study.

Jaehn, M. et al. (2025) in BMC Medical Education

In der Auswahl von Bewerbenden für medizinische Studiengänge stellen Studierfähigkeitstests und die Note der Hochschulzugangsberechtigung die weitaus am häufigsten verwendeten Auswahlkriterien dar. Ihr Nutzen wird unter Anderem anhand ihrer Vorhersagekraft in Bezug auf relevante Zielparameter (z.B. Studienerfolg und -dauer) beurteilt. Anhand einer Stichprobe von n = 2113 Medizinstudierenden verteilt auf alle medizinischen Fakultäten in der Bundesrepublik wurde die Vorhersagekraft der gegenwärtig zum Einsatz kommenden Studierfähigkeitstests TMS und HAM-Nat beurteilt. Beide Studierfähigkeitstests sowie auch die Note der Hochschulzugangsberechtigung können Studienerfolg (operationalisiert über fakultätsinterne Prüfung sowie das erste Staatsexamen M1) zufriedenstellend vorhersagen. Als zentrale Erkenntnis der Studie zeigte sich jedoch, dass beide Studierfähigkeitstests einen additiven Beitrag über die Vorhersagekraft der Note der Hochschulzugangsberechtigung leisten konnten, während dieser Schluss in umgekehrter Richtung nicht gilt: Wenn Studierfähigkeitstests als Auswahlkriterium genutzt werden, bietet die Note der Hochschulzugangsberechtigung keinen prognostischen Mehrwert in Bezug auf das Kriterium Studienerfolg.

Paper-based and computer-based admission tests for medicine – are they equivalent?

Escher, M. et al. (2023) in Frontiers in Education

Im Kontext der Studierendenauswahl Humanmedizin sind die beiden Studieneignungstests TMS und HAM-Nat von zentraler Bedeutung, welche zum jetzigen Zeitpunkt ausschließlich in einem papierbasierten Testformat durchgeführt werden. Die Studie von Escher et al. untersucht die Vergleichbarkeit der Ergebnisse einer high-stakes Testung im papierbasierten Format mit einer computergestützten Testung, welche von einer repräsentativen Stichprobe an Testteilnehmenden zu Vorbereitungszwecken genutzt wurde. Das Studienergebnis zeigt eine gute Vergleichbarkeit der Testergebnisse ohne negative Auswirkungen auf die Fairness in der Studierendenauswahl, so dass eine Überführung des papierbasierten in ein computergestütztes Format vor diesem psychometrischen Hintergrund gerechtfertigt erscheint.

The impact of preparatory activities on the largest clinical aptitude test for prospective medical students in Germany.

Weppert, D. et al. (2023) in Frontiers in Education

In diesem breit angelegten Evaluationsprojekt wurde ausgewertet, welche Effekte unterschiedliche Vorbereitungsarten auf die erzielten TMS-Ergebnisse erwarten lassen. Von den fünf untersuchten Vorbereitungsarten (Nutzung der Beispielaufgaben auf tms-info.org; Bücher mit früheren TMS-Aufgaben; kommerziell organisierte Trainingskurse; Online-Foren, soziale Medien und Austauschplattformen; selbst organisierte private Studienkreise) zeigten sich Bücher als die effektivste und kosteneffizienteste Möglichkeit zur TMS-Vorbereitung, noch vor der Teilnahme an kostenpflichtigen Kursen. Eine zusätzliche wichtige Erkenntnis der Untersuchung liegt darin, dass die selbstberichtete Motivation der TMS-Teilnehmenden einen stärkeren Effekt auf das TMS-Ergebnis hatte, als etwa die für die Vorbereitung aufgewendeten Geldmittel. Die Bedeutung von Motivation für ein besseres TMS-Ergebnis kann dabei nicht mit einer längeren Vorbereitungsdauer erklärt werden, sondern deutet eher auf einen Unterschied in der Qualität der aufgewendeten Zeit hin.

Considering vocational training as selection criterion for medical students: evidence for predictive validity.

Amelung, D. et al. (2022) in Advances in Health Sciences Education

Relevante Berufserfahrung in einem medizinischen Beruf ist ein wichtiges Zulassungskriterium, das derzeit an vielen deutschen (und auch internationalen) medizinischen Fakultäten zusätzlich zu kognitiven Kriterien eingesetzt wird. Allerdings fehlen derzeit eindeutige Belege für die Vorhersagekraft von relevanter Berufserfahrung für den Studienerfolg, die über die kognitiven Zulassungskriterien (wie z.B. die Abiturnote oder das TMS-Ergebnis) hinausgeht. In dieser Studie wurde daher beispielhaft anhand der Fakultäten Heidelberg und Göttingen untersucht, ob eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem relevanten medizinischen Beruf zusätzlich zu den kognitiven Zulassungskriterien Abiturnote und TMS die Studienleistung in den ersten beiden Studienjahren vorhersagen kann. Die Studiendaten zeigten, dass Bewerber, die zusätzlich zu einem vergleichbar guten Abiturschnitt bzw. TMS-Ergebnis auch noch eine relevante Berufsausbildung aufweisen konnten, etwas bessere Studienleistungen aufwiesen als Bewerbende ohne eine solche Berufserfahrung. Unsere Ergebnisse sprechen damit für die Verwendung von relevanter Berufserfahrung als Auswahlkriterium für ein Medizinstudium.

 

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